Deichtour - kein Berg stört den Horizont Drucken
Dienstag, 01. Mai 2012 um 00:00 Uhr

Wir starten mit 8 Motorrollern in der „Seenstadt“ Nettetal, mitten im Herzen des Naturparks Maas-Schwalm-Nette gelegen, geprägt durch die bewaldete und feuchte Flussniederung des Flüsschens Nette und zahlreiche Seen. Gut ausgebaute Landstraßen tragen uns unaufgeregt nach Norden. Der Verkehr hält sich in Grenzen und dem entspannten Cruisen wird ausgesprochen wenig Widerstand entgegengesetzt. Das Land ist weit, flach und - fast -kurvenlos. Wir passieren das Spargeldorf Walbeck und durchfahren kurz darauf Kevelaer. Die Stadt wurde 1642 von der katholischen Kirche zum Wallfahrtsort erkoren. Die Folge: große Pilgerströme setzten ein. Heute hoffen hier jährlich 800.000 Fromme auf den himmlischen Segen.

Südlich von Weeze stoßen wir am Ufer der Niers auf das romantische Wasserschloss Wissen, seit 500 Jahren der Stammsitz der Familie von Loë und einer der bedeutendsten Adelssitze am Niederrhein. Es kann nicht besichtigt werden, doch allein der Anblick ist eine Rast wert.

Wir können uns ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen, als wir wenig später einen Hinweis auf die „Sonsbecker Schweiz“ lesen. Viel Wald, ein paar Hügel. Der Höhenzug misst an der höchsten Stelle stolze 85 Meter! Das sind für Rheinländer schon echte Berge!!

Der weitere Weg nach Kalkar führt über historischen Boden: Unsere Motorroller rollen auf der ehemaligen Via Romana. Zwar ist von den antiken Steinquadern heute nichts mehr zu sehen, doch am schnurgeraden Verlauf der Straße erkennt man, dass die Römer damals stets die direkte Verbindung zwischen zwei Punkten suchten.
Bald erreichen wir das kleine mittelalterliche Städtchen Kalkar, das weniger durch sein eindrucksvolles Stadtbild bekannt ist, als vielmehr durch das 1,8 Milliarden Euro teure Kernkraftwerk „Schneller Brüter“, das nie in Betrieb ging und heute als Freizeitzentrum betrieben wird.
Ein Stück weiter treffen wir auf Väterchen Rhein, die Lebensader des Landstrichs. In der Ferne hören wir die Schreie von Wasservögeln und das rhythmische Tuckern eines Schiffsdiesels. Ansonsten Stille. Frische Luft strömt unter den Helm, die Sicht weitet sich. Es ist diese unaufgeregte Sanftheit und die Ruhe, die den Reiz des platten Landes am Niederrhein ausmacht.

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