Anrollern in den Hespegau / Belgien Drucken
Freitag, 10. April 2009 um 00:00 Uhr

Das traditionelle "Anrollern" am Karfreitag führte uns in diesem Jahr nach Belgien in den "Hespengau".
Der „Hespengau“ (niederländisch Haspengouw, französisch Hesbaye) ist eine Region in Belgien, die zwischen den Städten Hasselt, Lüttich, Namur, Tienen und Löwen liegt und im Süden und Osten die Maas als natürliche Grenze hat.Die ausgeschilderte Hespengau-Route führt durch die verträumte Schlosslandschaft Südlimburgs. Obstplantagen, Baumschulen und Weinberge säumen den Weg, an dem ein fast jedes Dorf sein eigenes Palais zu haben scheint. Charakteristisch sind die vielen kulturhistorischen Elemente, wie Hecken, Tümpel, Wasserstellen, Mühlwerke, Gräben, (Hohl-)Wege, Baumgärten, Kopfbäume, Ostwiesen und -weiden, Wegkreuze, Kapellen, Gehöfte, Mühlen, Schlösser, Kloster, Abteien und Kirchen.

Die Route startet westlich von Maastricht, einer Stadt mit einer schönen, teils noch mittelalterlichen Innenstadt. Über Vlijtingen und Mopertingen führt uns der Weg direkt  zu einem historischen Highlight der Tour – der „Landkommende Alden Biesen“ im limburgischen Bilzen. Das Schöß war über Jahrhunderte hinweg eine der wichtigsten Bastionen des Deutschen Ritterordens. Die liebevoll restaurierte Burganlage, die ein wenig geheimnisvoll wirkende Kirche, der filigrane Französische Garten – alles lädt zum nachdenklichen Spaziergang durch eine längst vergangene Epoche ein. Beinahe das gesamte Areal einschliesslich der Kirche und des Englischen Parkes können frei besucht werden. Ein Teil der Wasserburg mit dem Französischen Garten kann gegen Entgelt besucht werden.
In der Gemeinde Kortessem kann man den größten Mammutbaum in Belgisch-Limburg, den "Onzelieveherenboom", eine tausendjährige Eiche und die sehenswerte romanisch-gotische Sint-Pieterskerk bewundern.
Eine längere Rast legen wir in Tongeren, Belgiens ältester Stadt ein, welche von einer mittelalterlichen, auf römischen Fundamenten gebauten Mauer umgeben ist. Die kleinen Einkaufsstraßen in die Innenstadt erinnern eher an das nahe niederländische Venlo - doch spätestens am Grote Markt, Tongerens Stadtmittelpunkt, überragt von der Basilika, ist man in Flandern angelangt.
Rund um die Ambiorix-Statue locken zahlreiche schöne Restaurants, Terrassen und Straßencafés die Besucher an. Gleich neben der Basilika wird es römisch: Dort sind Überreste der römischen Mauer aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., das Gallo-Römische Museum, das Moerentor und die römische Mauer aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. zu sehen, von der man noch 1.500 Meter bewundern kann. Auf dem Weg liegt der Beginenhof, in dem man sich, wie auch in Löwen, unweigerlich nach Brügge versetzt fühlt. Kleine mittelalterliche Häuser und gemütliche Kopfsteinpflaster-Plätze unter alten Bäumen - nur die Grachten fehlen.
 Belgiens größtes Weinfeld mit gerade mal 18 Hektar liegt nordöstlich von Tongeren beim einzigen Weinschloß „Genoels-Elderen“ in Riemst. Hier pflegt man das Image der gehobenen Weinproduktion à la französischem Edel-Wein-Château. Durchschnittlich werden hier pro Jahr 85.000 Flaschen produziert. Die Besichtigung der Anlage ist leider nur nach Anmeldung und mit Führung möglich.

Tourverlauf:
Maastrich – Munsterbilzen - Bilzen – Hoeselt – Vliermaalroot – Kortessem – Guigoven – Vliermaal – Schalkhoven – Riksingen – Tongeren – Nerem – Millen – Genoelselderen – Herderen – Zichen-Zussen-Bolder – Maastrich

 

Bilder
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